Verdacht auf Rattengift?

 

Allgemeine Informationen:

  • Was versteht man unter Rattengift?

Rattengift ist der umgangssprachliche Begriff für Rodentizide, die zur Gruppe der Cumarinderivate gehören. Es sind chemische Mittel die allgemein zur Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt werden. Man unterscheidet mittlerweile Rattengifte der ersten und zweiten Generation. Die neuer entwickelten Gifte der zweiten Generation sind giftiger und schwerer abbaubar und bedürfen daher eine wesentlich längeren Therapie.

  • Wie sieht Rattengift aus?

Vorsicht! Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften für Rattengift oder EU-Richtlinien die eine bestimmte

äußere Form oder eine bestimmte Farbe für Rattengift festlegen!

 

Was bewirkt Rattengift und wie kann man es nachweisen?

 

Die Cumarinderivate haben alle zu eigen, dass sie in die Gerinnungskaskade eingreifen.

  • Was bedeutet Gerinnungskaskade?

Egal ob bei kleinen Wunden, größeren Verletzungen oder nach einem operativen Eingriff: Die Blutgerinnung sorgt dafür, dass der Blutfluss aufhört und sich die Wunde verschließen kann. Ohne eine adäquat funktionierende Blutgerinnung kann es zu einem großen Blutverlust kommen.

 

Bildlich gesprochen ist die Gerinnung wie ein Dominospiel aufgebaut. Entsteht eine Verletzung setzt sie das umfallen der Dominosteine in Gang. Jeder Stein ist essentiell um eine vollständige Blutstillung zu gewährleisten. Die Cumarinderivate greifen in diese Kette ein und entfernen einen Stein (Vitamin K-Fänger) so das die Kaskade zum erliegen kommt und kein dauerhafter Verschluss der Blutung erfolgen kann.

 

Dieser Effekt tritt jedoch erst zeitverzögert ein. Ein Wirkmaximum ist meist erst 36-48 Stunden nach Aufnahme ein. Diese Zeitverzögerung ist in der Schädlingsbekämpfung gewollt, macht aber natürlich die Diagnostik und Therapie der Vergiftung beim Tier schwieriger.

  • Welche Diagnostik muss durchgeführt werden?

Wichtig für die Diagnostik einer Rattengiftintoxikation ist die Bestimmung von Gerinnungsparametern, einem Blutbild und der Blutchemie, um schnellstmöglich die richtige Therapie einzuleiten und den Erfolg der Medikation zu kontrollieren. Das Gift selber kann nur in Speziallaboratorien nachgewiesen werden. Dieser Nachweis dauert immer mehrere Tage.

 

Mit unserem neuen hauseigenen Blutmessgerät ist es uns nun möglich auch die Gerinnungsparameter innerhalb von 30min zu bestimmen! Auch können wir ein Blutbild und eine blutchemische Untersuchung im Haus durchführen.

  • Welche Therapie wird durchgeführt?

Die spezifische Therapie beinhaltet vor allem die Gabe von Vitamin K um die Blutgerinnung wieder zu ermöglichen. Ob weitere therapeutische Maßnahmen nötig sind hängt vom Ausmaß der Blutungen ab und somit meist auch davon wie schnell die Vergiftung festgestellt wurde.

 

Wenn schwere Blutungen aufgetreten sind kann auch eine Bluttransfusion nötig sein um das Überleben des Tieres zu sichern.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    A.-W. Braunoehler (Sonntag, 10 Februar 2019 11:51)

    Meine Überzeugung ist: Wer leichtfertig mit Rattengift umgeht nimmt wissentlich oder sogar vorsätzlich und absichtlich in Kauf das sich Hunde daran vergiften und sterben. Wir lösen diese latente Angst in der Form das wir unseren Hund beim Gassi gehen immer an der Leine führen. Bei Dunkelheit führen wir zudem eine gute Taschenlampe mit um zu erkennen was der Hund evtl. aufnehmen könnte. Außerdem sorgt die Taschenlampe dafür das Tretminen der Hunde meistens zuverlässig erkannt werden. Frage: Warum werden die Hundehaufen zumindest nicht innerhalb der Ortschaft vom Hundebesitzer entfernt? Dann gäbe es bestimmt weniger Hundehasser. Auch die müssen jedoch ihren Darm hier und da entleeren, an Stellen wo es nicht so angebracht ist, z.B. an Raststätten der Autobahn. Sollte man an denen vielleicht auch eine Rattengift Therapie durch führen?