Die endoskopische Kastration der Hündin

Die sanfte Kastration der Hündin

Durch minimalinvasive Verfahren ist es heute möglich die Hündin zu kastrieren ohne dafür die Bauchdecke zu eröffnen!

Neben der "konventionellen" Kastrationsmethode bieten wir ein neues, besonders schonendes Operationsverfahren an - die endoskopische Kastration oder sanfte Kastration der Hündin. 

Die endoskopische Kastration ist bei Hündinnen ab 10kg Körpergewicht möglich.

  • nur zwei kleine Zugänge (Einschnitte zwischen 3-5mm bis ca. 12 mm)
  • geringe Schmerzen
  • geringeres postoperative Schwellung, Blutung, Infektions- und Wundheilungsrisiko
  • kurze Heilungsphase
  • bereits am nächsten Tag ist Ihre Hündin fit für körperliche Belastungen (z.B. Spaziergänge, ins Auto springen, Treppen laufen)

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Was ist eine Kastration?

Die Kastration ist eine der häufigsten Eingriffe in die Bauchhöhle der Hündin. Es handelt sich um einen operativen Eingriff in Vollnarkose, bei dem die Eierstöcke und gegebenenfalls auch die Gebärmutter (wenn diese verändert ist) entfernt werden.

Bei der Kastration wird die Fortplanzungsfähigkeit und die Produktion von Sexualhormonen unterbunden.

Endoskopisch kastratierte Hündin (Op vor einem Tag)
Endoskopisch kastratierte Hündin (Op vor einem Tag)

Häufig werden in unserer Praxis standard- als auch endoskopische Kastrationen durchgeführt. Hierbei werden beide Eierstöcke (Ovarektomie) entfernt. Durch große Studien ist bewiesen, dass die alleinige Entfernung der Eierstöcke die gleichen Langzeitergebnisse hat. Die im Abdomen (Bauch) verbleibende Gebärmutter (Uterus) bildet sich langsam zurück und wird inaktiv. Gegenüber früher wird die Gebärmutter nur entfernt, wenn diese verändert ist.

Bei gesunder Gebärmutter bietet die zusätzliche Entfernung der Gebärmutter bei einer Kastration keinen Vorteil. 

Was ist der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation?

Wie oben bereits erklärt werden bei einer Kastration die Eierstöcke entfernt. Dadurch ist die Möglichkeit der Fortpflanzung und auch die Produktion der Sexualhormone unterbunden. Bei einer Sterilisation werden nur die Eileiter durchtrennt oder abgebunden. Die Hündin kann nicht tragend werden, aber die Hormonproduktion läuft weiter und die damit verbundenen Risiken wie Scheinträchtigkeit, Gefahr von Mammatumoren, Gebärmutterveränderungen usw. bleiben bestehen. Aus diesem Grund ist die Sterilisation bei der Hündin nicht sinnvoll.

Was bedeutet endoskopische Kastration?

Die endoskopische Kastration ist eine minimalinvasive Operationstechnik. Diese ist in der Humanmedizin schon lange etabliert. Beim Menschen werden z.B. Blinddarm- oder Gallenblasenoperationen rein endoskopisch durchgführt. Mittels einer Optik, die an einem Monitor angeschlossen ist kann in die gesamte Bauchhöhle hineingeschaut werden. Mit feinen Präzisionsinstrumenten wird in der Bauchhöhle operiert und mittels spezieller Geräte werden Blutgefäße verschweißt. Der Chirurg braucht keinen großen Schnitt um in der Bauchhöhle zu arbeiten. Allerdings muss diese Technik über einen langen Zeitraum erst erlernt und beherrscht werden. Es ist hierfür eine speziellen Ausbildung nötig. Diese Operationen können auch nicht alleine durchgeführt werden. Wichtig ist ein eingespieltes Team.

Vorteile der endoskopischen Kastration der Hündin (sanfte Kastration)

Die endoskopische Kastration bringt viele Vorteile mit sich.

  • Man benötigt nur zwei kleine Zugänge (Arbeitskanäle), welche jeweils ca. 5 mm groß sind und mit einer Kamera blickt man in den Bauch hinein

  • Durch minimale Hautverschlüsse nach der Operation ist der Heilungsprozess dementsprechend kurz

  • Es muss kein Zug auf die Organe ausgeübt werden, dadurch entsteht weniger Schmerz

  • Oft benötigen Hündinnen keinen Halskragen, da die Naht sehr klein ist und diese sie nicht stört.

  • Die Hunde brauchen nur 2-3 Tage „Leinenzwang“, danach können sie wieder toben. Bei einer Ovariohyterektomie müssen sie mindestens 10-14 Tage an der Leine bleiben.

  • Durch Luft in der Bauchhöhle sowie die Vergrößerung durch die Kamera wird eine exzellente Kontrolle von kleinen Nachtblutungen ermöglicht.

     

Im Grunde ist das Operationstrauma und die Komplikationsrate während und nach der Operation geringer.

 
Durch minimalinvasive Verfahren ist es heute möglich, die Hündin zu kastrieren, ohne dafür die Bauchdecke zu eröffnen. Bei der endoskopischen Kastration benötigen wir zwei kleine „Arbeitskanäle“ und man blickt mit einer Kamera in den Bauch hinein.

In unserer Praxis operieren wir mit modernen Instrumenten und haben nur 2 kleine Zugänge (2-Porttechnik).

Was kostet eine endoskopische Kastration?

Das ist einer der wenigen Nachteile der endoskopischen Kastration gegenüber der herkömmlichen Kastrationen. Sie hat im Verhältnis zur herkömmlichen Kastration einen höheren Preis. Dieser kommt durch die Anschaffungskosten der besonderen Geräte- und Instrumenten zu stande. Auch erfordert die endoskopische Technik eine hohe Qualität der Ausbildung des Chirurgen und der beteiligten Assistenten. Neben dieser Fortbildungskosten kommt hinzu, dass während dieser Operation 4 Mitarbeiter im Op benötigt werden.

Die deutlichen Vorteile dieser Technik sollten die einmaligen höhere Investition übertrumpfen.

Vorteile einer Kastration der Hündin

Der wichtigste Vorteil für die meisten Besitzer ist, dass die Sexualfunktion irreversibel und zeitlebens ausgeschaltet wird, womit die Läufigkeit wegfällt.

Jedoch sind medizinische Gründe ausschlaggebend. Gebärmutter-Vereiterung (Pyometra), wie auch das Risiko von Mammatumoren zu reduzieren. 40 % aller Tumore der Hündin sind Mammatumore. Es gibt sowohl gutartige Tumore als auch Mischtumore mit gut- und bösartigen Anteilen. Die meist vorkommenden Mammatumore sind Mischtumore. In der Jugend und hormonabhängig der Hündin findet die Prägung, ob sich die Zelle der Gesäugeleiste einmal tumorös verändert, statt. Mit einer Kastration vor der ersten Läufigkeit kann die Reduktion der Mammatumorinzidenz auf ca. 1 % erreichen. Nach der 3. Läufigkeit ist die Prägung der Zelle vorüber, so dass durch eine Kastration zu diesem Zeitpunkt keinen Einfluss mehr auf die Häufigkeit der Mammatumore nehmen kann.

Nachteile einer Kastration der Hündin

Ein Nachteil einer Kastration kann die Harn-Inkontinenz sein. Mit einem Körpergewicht von mehr als 20 kg werden ca. 15-20 % aller kastrierten Hündinnen inkontinent. Sind die Hunde leichter als 20 kg, liegt die Quote bei ca. 10 %.

Auch sollte nach der Kastration auf das Körpergewicht geachtet werden. Manche Hündinnen können nach einer Kastration zu nehmen und zu schwer werden.