Wir wollen einen Hund

Sie sind auf der Suche nach einem Welpen?


Dann haben Sie sich bestimmt schon einige Gedanken darüber gemacht, wie der kleine Neuzugang denn aussehen und welche Eigenschaften er haben soll.

Soll es ein Rassehund oder eher ein Mischling sein? Soll er als Welpe oder doch eher als erwachsener Hund einziehen?

Wohin man guckt und wen man fragt, die Antworten könnten vielfältiger nicht sein.

Grundsätzlich können Sie das natürlich auch nur selbst entscheiden, denn keiner kennt Ihre Lebensumstände so gut wie Sie selbst.

 

Vor- und Nachteile eines Welpen

Der Vorteil wenn Sie sich für einen Welpen entscheiden, ist natürlich der, dass Sie ihn sofort auf Ihren Tagesablauf und Ihr Leben prägen können. Sie wachsen so zu sagen zu einer Einheit zusammen.

 

Der Nachteil ist aber nicht unerheblich. Ein Welpe braucht sehr viel Zeit. In den ersten Monaten, können Sie den kleinen Vierbeiner nicht alleine lassen. Auch drei Wochen Urlaub reichen da nicht.

 

Die vielen kleinen Pfützen und das nächtliche Aufstehen zum Pipi machen, das viele Waschen von Handtüchern und Decken, die gefühlten 200 "nein´s" und "pfui´s" am Tag, angeknabberte Schuhe, ein zerwühltes Blumenbeet und der ganze Erziehungsstress und -Frust, wenn´s mal nicht so läuft wie es sollte.

 

Was spricht für einen erwachsenen Hund?

Ein erwachsener Hund, ist da evtl. deutlich leichter zu übernehmen. Er kennt meist das 1x1 der Menschenregeln, macht nichts mehr kaputt und ist stubenrein. Auch kennt er evtl. schon das alleine sein und Sie können getrost wieder arbeiten gehen, sofern der Hund natürlich keine 8 Stunden alleine ist.

 

Auch sein Charakter ist schon besser zu erkennen und Sie wissen ob er zu Ihnen passt oder nicht.

Im Tierheim sind die Pfleger meist schon mit Ihren Schützlingen vertraut und beraten Sie entsprechend, um zusammen mit Ihnen einen passenden Begleiter finden.

 

Ein Mischling soll es sein?

"Kauf dir einen Mischling, das sind die gesündesten"

Diesen Spruch haben Sie bestimmt schon sehr häufig gehört.

Nun, dem könnte man zustimmen. Wenn die Vererbungslehre so einfach wäre.

Das ist sie aber leider nicht.

Nehmen wir einmal an, Sie haben einen Mischling gefunden aus Schäferhund und Labrador.

Man könnte denken, das ist prima. Keine kaputte Hüfte vom überzüchteten Schäferhund und keine kaputten Ellbogen

vom überzüchteten Labrador. Wenn Sie Glück haben, ist das auch so. Weil Mutter Natur zufällig die gesunden Gene der Eltern

zusammen gewürfelt hat.

Was aber, wenn der Hund ein krankes Gen vom Vater (hochgradige Hüftdysplasie) und ein krankes Gen der Mutter (progressive Retinaatropie) bekommen hat. Dann haben Sie einen Mischling, der mit 4 Jahren erblindet und mit 6 Jahren nicht mehr laufen kann. Sie sehen, bei einem Mischling kann es in alle Richtungen gehen. Gesund oder Krank ist hier nicht vorhersehbar.

 

Oder doch ein Rassehund?

Was spricht denn nun für oder gegen einen Rassehund? Nun, eine Rasse wird durch verschiedene Merkmale charakterisiert.

Das Aussehen, das Verhalten und natürlich auch prädispositionen für Krankheiten.

Wünsche ich mir einen sportlichen Hund, der pfiffig ist und mit dem ich Hundesport machen möchte, suche ich mir eine entsprechende Rasse aus.

Möchte ich einen Reitbegleithund mit hübschen Punkten, soll es vielleicht der Dalmatiner sein.

Wenn ich einen lustigen Familienhund möchte, mit dem ich neben dem Kuscheln und Spielen auch noch etwas Nasenarbeit machen kann, wird sich evtl. ein Labrador gut eignen.

Das bedeutet, man kann bei einer Rasse von bestimmten Eigenschaften ausgehen, die besonders gut zu einem selbst passen.

Von welchem Züchter bekomme ich den Welpen?

"Wir nehmen einen Rassehund vom Hobbyzüchter, weil wir auf Papiere keinen Wert legen."

Es mag Hobbyzüchter geben, die mit Herz und Verstand, gesunde, wesensfeste Hunde züchten.

Aber dies dürfte die Ausnahme sein.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass Sie für 300 bis 600 Euro einen Welpen bekommen, der zwar vollständig geimpft, entwurmt und gechipt ist und auch einen Ausweis mit bekommt, der aber keinerlei gesundheitlichen Tests unterzogen wurde. Ebensowenig kann der Züchter nachweisen, das beide Elterntiere auf bspw. HD, ED, PRA, PLL, Herz und Nieren getestet wurden.

In den folgenden Jahren können eben diese Krankheiten auftreten, von denen dann Nachbarn und Bekannte sagen "siehst du, völlig überzüchtet".

Nein, nicht völlig überzüchet, sondern aus Geldgier einfach zwei Hunde miteinander verpaart, ohne Kontrolle der Gesundheit.  Sie und ihr Hund sind die Leidtragenden.

 

Für etwas weniger Geld, sprich 50 Euro bis ca. 250 Euro, bekommen Sie dann einen Hund aus Ebay Kleinanzeigen oder Annoncen oder dem schwarzen Brett im Supermarkt.

Diese Welpen sind oft zu jung von der Mutter getrennt worden, haben keinen Impfschutz, keine Entwurmung, keinen Chip und sind häufig mit Flöhen und Darmparasiten übersäht.

Das Immunsystem ist im Keller und die Kleinen kosten meist eine dreistellige Summe beim Tierarzt um sie überhaupt einigermaßen stabil zu bekommen.

Ein Welpe von einem seriösen Züchter kann gut und gerne ab 1000 Euro aufwärts kosten. Das kommt daher, dass diese Züchter von einem Verband kontrolliert werden. Sie müssen ihre Hunde VOR der Planung eines Wurfes verschiedenen Gesundheitstest unterziehen. Die Zuchtstätte wird konrolliert, der Züchter muss die Sachkunde nachweisen. Die Hündinnen dürfen nur unter bestimmten Vorraussetzungen gedeckt werden. Impfung und Chip sind Pflicht. Bevor die Welpen an ihre neuen Besitzer abgegeben werden, werden sie vom Zuchtwart begutachtet. Dieser fertigt einen Bericht über die Gesundheit der Welpen an, welchen Sie als Käufer in Kopie mit bekommen.

Fazit

Nur Sie können entscheiden, welcher Hund für Sie in Frage kommt. Unsere Bitte hierbei: nehmen Sie sich Zeit, die Vor- und Nachteile zu überdenken. Unterstützen Sie die Tierheime oder seriösen Züchter. Seien Sie hellhörig wenn man Ihnen den Hundekauf all zu leicht und günstig anbietet.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Peter (Freitag, 27 Oktober 2017 00:37)

    Gebt doch bitte den Tierheim-Hunden eine Chance. Es sitzen immer wieder liebe nette Tiere dort. Sie warten auf ein neues Zuhause.
    Vollkommen richtig in diesem Artikel, kauft keine Welpen ohne die Hündin gesehen zu haben und auf gar keinen Fall irgendwo auf einem Parkplatz. Der Welpenhandel und Schmuggel boomt!

  • #2

    Team (Freitag, 27 Oktober 2017 11:05)

    Vielen Dank Peter für deinen Kommentar. Natürlich wollen wir die vielen Fellnasen im Tierheim nicht vergessen. Wir haben den Punkt über erwachsene Hunde entsprechend ergänzt.

  • #3

    Renata Schmidt (Samstag, 28 Oktober 2017 00:29)

    Wir sind leider genau auf solche Hundehändler reingefallen. Vollkommen unwissend hat mein Mann bei EBay eine Anzeige für französische Bullterrier gefunden. Komisch war, dass der Verkäufer sich mit und auf einem Parkplatz getroffen hatte. Wir hatten leider keine Ahnung damals. Haben den Welpen gesehen. Uns direkt in ihn verliebt und gekauft. Er frass nicht richtig, wir sind zum Tierarzt. Er hatte eine angeborene Herzerkrankung. Leider mussten wir ihm nach 3 Monaten einschläfern lassen. Hundehändler, der Verkäufer war nicht mehr zu erreichen. Lasst die Finger von solchen Verkäufer. Mir tut es immer noch im Herzen weh. Auch weil wir damals so naiv waren.

  • #4

    Uwe (Samstag, 28 Oktober 2017 10:59)

    Wenn Ihr einen Hund aus dem Ausland übernehmt, dann achtet doch bitte darauf, dass es sich wirklich um eine Tierschutzorganisation handelt. Neben dem organisierten Züchten von Rassehunden blüht im Moment auch der Transport von "schutzbedürftigen" Hunden aus dem Ausland zu uns. Da gibt es viele gute Organisationen, die es wirklich gemeinützlich betreiben, aber leider auch einige, die versuchen damit Geld zu verdienen.
    Also Augen auf!

  • #5

    Theresa (Sonntag, 29 Oktober 2017)

    Relativ sicher sind Züchter, die über einen Zuchtverein züchten. Zuchtvereine, die dem VDH angehören versuchen auf bestimmte Gendefekte die Elterntiere zu zu untersuchen.
    Gruss Theresa